medibu%cc%88ro-00_00_39_00-still005 Freiwillige übernehmen häufig Aufgaben, die eigentlich in sozialstaatlicher Verantwortung liegen. Ihr Engagement richtet sich gegen rassistische Ausgrenzung und versucht die Folgen von Entrechtung und Rechtlosigkeit abzufedern, indem sie autonome Strukturen schaffen. Sie bewegen sich in dem Spannungsfeld, praktische Unterstützung zu leisten und gleichzeitig die Umstände, die diese notwendig machen, zu skandalisieren und verändern zu wollen. Dabei ist es schwierig, politischen Druck aufzubauen. Freiwillige Initiativen werden zu Lückenfüllern im neoliberalen Sozialstaat. Nicht selten entsteht der Eindruck, politische Lösungen seien nicht (mehr) von Nöten.

Dabei zeigt die Praxis eklatant, eine Versorgung entsprechend menschenrechtlicher Standards ist durch freiwillige Initiativen auf der Basis von Spenden nicht möglich. Die Erfüllung existentieller Grundbedürfnisse ist so abhängig von Zeit, Kapazitäten, finanziellen Möglichkeiten und Motivation der Freiwilligen. Geflüchtete erhalten Leistungen zweiter Klasse. Sie haben nicht die gleichen sozialen und politischen Rechte.