Nicht alle Initiativen haben auch einen politischen Anspruch und versuchen die strukturellen Notwendigkeiten ihres Engagements zu verändern. Praktische Unterstützung und Hilfe zur sozialen Sicherung und Teilhabe wird häufig auch als reine Wohltätigkeit begriffen. Hilfe kreiert immer Abhängigkeitsverhältnisse. Diese sind häufig paternalistisch und in Bezug auf Geflüchtete und Migrant*innen rassistisch und kolonial strukturiert. Die Weißen Helfenden werden als aktive Subjekte konstruiert, während Geflüchteten als passiv, hilfs- und entwicklungsbedürftig oder als Opfer konstruiert werden. Die Abhängigkeit von Unterstützung, die durch Ausgrenzung und Entrechtung entsteht, schafft eine Situation, in der es denen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen, kaum möglich ist, sich nicht angepasst und dankbar zu zeigen.

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Ihre Bedürftigkeit muss zumindest diskursiv immer wieder bewiesen werden. Wird praktische Unterstützung von Geflüchteten zur Wohltätigkeit, werden die Bedingungen, die soziale Ungleichheit produziert, verschleiert. Rassistische Ausgrenzung und die Unterschiede in der Gewährung oder Verwehrung von sozialen und politischen Rechten gerät aus dem Blickfeld.